Pfarrer Edgar Fritsch stellt sich vor
Nichts geschieht zufällig. Frau Schneider vom Redaktionsteam des Pfarrbriefes der katholischen Pfarrei St. Gertrud in Eisleben besuchte mich nach der Eucharistiefeier in der Sakristei des Klosters St. Marien in Helfta und bat mich als neuen Pfarrer um eine kurze Vorstellung im Pfarrbrief. Diese kleine Szene war für mich nicht zufällig, wie auch ich nicht zufällig auf dieser Erde bin.
Gott hat mich gewollt. Darum wurde ich 1934 in Worbis auf dem Eichsfeld geboren. Bis zum 14. Lebensjahr lebte ich in Bischofferode einschließlich der beiden Jahre im bischöflichen Konvikt in Heiligenstadt. 1949 entschlossen sich meine Eltern, in einer „Nacht- und Nebelaktion“ die sowjetische Besatzungszone zu verlassen. So kam ich nach Veen bei Xanten, dessen Dom über dem ältesten Märtyrergrab in Deutschland erbaut wurde.
Gott hat mich berufen, Priester zu werden. 1955 begann ich nach dem Abitur in Moers mein Theologiestudium und die Priesterausbildung im Priesterseminar in Münster. Nach einem freiwilligen Jahr als Diakon in einer Bergarbeitergemeinde bei Moers wurde ich 1962 zum Priester im Dom zu Münster geweiht. Nach meiner Priesterweihe war ich Kaplan in drei und Pfarrer in zwei Gemeinden. 14 Jahre war ich zusätzlich hauptamtlich Religionslehrer am Gymnasium des Wallfahrtsortes Kevelaer am Niederrhein.
Gott will, dass ich Priester bleibe, auch wenn ich seit 1997 nicht mehr die Verantwortung für eine Gemeinde habe. Mein Bischof in Münster hat mir die Mitarbeit in der Seelsorgeeinheit von Schöppingen im westlichen Münsterland als Pfarrer emeritus empfohlen. Dass ich ab dem 13. Januar 2011 in dem Gertrudstift des Klosters Helfta lebe, hat mit Zufall nicht das Geringste zu tun.
Dankbar schaue ich auf ein Leben zurück, in dem sich die Stationen meines Lebens wie Mosaiksteine zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügen. Deutlich spüre ich die Hand des himmlischen Vaters, die mich führt, die Freundschaft mit Christus, die mich trägt, und den Atem des Heiligen Geistes, der mich inspiriert und mir die Fähigkeit zur Empathie schenkt, in jedem Menschen die Einmaligkeit und Ebenbildlichkeit Gottes zu erkennen und zu schätzen. In der Vorfreude auf gute Kontakte mit Ihnen grüßt Sie herzlich
Edgar Fritsch, Pfarrer em.
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