Am Aschermittwoch ist alles vorbei

Die Faschings- und Karnevalsveranstaltungen laufen derzeit fast überall. Auch in Eisleben. Immerhin ist der 1. Eisleber Carnevalsverein einst aus der Pfarrei heraus gegründet worden. Also geht es auch närrisch zu. Gut so! Rosenmontag, Fastnacht und dann kommt der Mittwoch, an dem alles vorbei sein soll. „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ – diese Textzeile eines bekannten Mainzer Karnevalsliedes bedauert, dass nach den „tollen Tagen“ nun ein harter Schnitt kommen wird. Für ein Schunkellied der Faschingszeit ein passendes Thema. Ist am Aschermittwoch alles vorbei? Eher das Gegenteil. Am Aschermittwoch geht sie los – die vierzig tägige Fastenzeit. Und die beginnt gleich mit einem Abstinenztag. Als äußeres Zeichen streut man sich „Asche auf´s Haupt“, oder bekommt ein Asche-Kreuz auf die Stirn gezeichnet – so die religiöse Tradition.
Wozu das Ganze? Ein Heilfasten oder eine Frühlingsdiät passt vielleicht so manchen in den Terminplan. Aber das ist es nicht. Die Fastenzeit – besser – die vorösterliche Bußzeit bietet uns die Chance zum Innehalten, zum Reflektieren der eigenen Lebenssituation und auch zur bewussten Veränderung. Von Umkehr wird in dieser Zeit gern gepredigt. Eine radikale Kehrtwendung fällt nicht leicht. Aber davon soll man sich nicht entmutigen lassen. Kleine Schritte bringen uns auch voran.
Ein Beispiel wäre: Böses zu unterlassen und Gutes zu tun. Das macht auch jeder gern. Uneinigkeit besteht aber darüber, was das Gute, was das Böse ist. Da haben derzeit einige in unserer Gesellschaft weit abweichende Ansichten. Und das tut uns nicht gut. Im Tagesgebet des Aschermittwoch heißt es: „Getreuer Gott, im Vertrauen auf dich beginnen wir die vierzig Tage der Umkehr und Buße. Gib uns die Kraft …, damit wir dem Bösen absagen und mit Entschiedenheit das Gute tun.“ Wenn das in unserem Alltag spürbar wird, dann sind wir dem auf dem richtigen Weg zur Osterfreude.

Norbert Lakomy
Katholische Pfarrei Eisleben

 

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